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Afrikanachrichten in Kürze

17. April 2018, Blantyre, MALAWI: Sehen, beurteilen, handeln: junge Katholiken helfen Menschen in Not. – Die Bewegung junger christlicher Arbeiter (Y.C.W.) der Erzdiözese Blantyre schenkte einer Familie im Distrikt Mulanje ein Haus. Die nicht-katholische Familie, bestehend aus einer Frau, ihrer Tochter und deren sechs Kindern, von denen eines an einer Hirnlähmung leidet, wurde 2015 vom „Palliative Care Support Trust“ ausgewählt, der Palliativpflege für Patienten und deren Familien in Blantyre und den umliegenden Gemeinden anbietet.
„Ausgehend von unserem Motto ‚sehen, beurteilen und handeln’, haben wir gesehen, dass dieser Familie das Notwendigste fehlte und beschlossen zu helfen. Wir haben ihnen das Haus geschenkt, obwohl es sich nicht um eine katholische Familie handelt", so Pfarrer Chrispin Ngunde, ehemaliger Präsident der YCW der Erzdiözese Blantyre zur Auswahl Familie.
Bei der feierlichen Übergabe dankte der Dorfvorsteher Mandanda der Jugendbewegung für die vorbildliche Arbeit und lud auch die Jugendlichen seines Dorfes ein, ihrem Beispiel zu folgen. "Ich hätte nie gedacht, dass dies in meinem Dorf passieren würde. Ich bin sprachlos. Sie haben den Verzweifelten Hoffnung geschenkt", wird der Ortsvorsteher in einer Verlautbarung der Bischöfe zitiert.
"Als Familie danken wir Gott wirklich für diesen Segen. Es ist wie ein Traum, man hätte jede andere Familie in diesem Dorf wählen können… Wir danken Gott und bitten ihn um seinen Segen für euch und die ganze katholische Kirche zu segnen", sagte ein Mitglied der Familie.
Der Jugendkaplan der Erzdiözese, Pfarrer Alick Ntapara forderte alle auf, dem Beispiel der Mitglieder der katholischen Jugendbewegung zu folgen, die das Evangelium Christi vorbildlich verkünden. "Als Priester in der Pfarrei Chisitu in Mulanje bin ich wirklich dankbar für diese Spende und ich lade alle Jugendlichen in Mulanje ein, hart in der Schule zu arbeiten, damit sie in Zukunft positive Veränderungen in ihren Gemeinden bewirken können".
Die Bewegung der jungen Arbeiter (YCW) wird als Jugendbewegung der katholischen Kirche von Jugendlichen selbst verwaltet und will durch ihre Aktionen die Frohbotschaft Jesu verkünden. (AP) Fides

17. April 2018, Kinshasa, D.R.KONGO: Kontroverse Debatte über Einführung elektronischer Wahlgeräte. – „Es besteht die Gefahr, dass das Land in Gewalt versinkt, wenn die Wähler gezwungen werden ihre Stimme elektronisch an Geräten abzugeben, die nicht ordnungsgemäß zertifiziert sind", heißt es in einer Stellungnahme des Koordinationsbüros der katholischen Laien (CLC). Die katholische Laienorganisation hatte auch die drei blutig unterdrückten Demonstrationen organisiert, bei denen die Umsetzung des Abkommens vom Dezember 2016 gefordert wurde, das sicherstellen soll, dass in der Demokratischen Republik Kongo die mehrmals verschobenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden nachdem die zweite und letzte Amtszeit von Präsident Joseph Kabila offiziell bereits im Dezember 2016 ablief.
Die Unabhängige Nationale Wahlkommission (CENI) legte das Datum der Wahlen auf den 23. Dezember 2018 fest und veranlasste den Einsatz elektronischer Wahlgeräte, die von der südkoreanischen Wahlkommission (NEC) unterdessen für ungeeignet befunden wurden.
Die fraglichen Geräte werden von einer südkoreanischen Firma hergestellt. Nach Angaben der südkoreanischen Wahlkommission konnte das Unternehmen sein Produkt infolge der Zahlung von Bestechungsgeldern an die Demokratische Republik Kongo verkaufen. Das Wahlgremium von Seoul stellt in einer Note an die kongolesische Wahlkommission fest, dass man "für das Projekt der Stimmabgabe über einen so genannten ‚touch-screen’ für die Präsidentschaftswahlen in der Demokratischen Republik Kongo für Dezember 2018 nicht garantieren kann" und erklärt sich angesichts der instabilen politischen Lage und der vielerorts prekären Infrastrukturen besorgt im Hinblick auf die „erzwungene Einführung dieser Geräte in der Demokratische Republik Kongo“ Zudem könne die hohen Analphabetenrate und das tropischen Klimas zu Fehlfunktionen führen, was „Anlass zu ernsthafte Bedenken“ gebe.
Die Erklärung aus Seoul führte in der Demokratischen Republik Kongo zu einer kontroversen Debatte. "Das mangelnde Vertrauen der Wähler in die ausrichtende Institution (CENI) bleibt ein mehr als besorgniserregendes Thema", sagt das Komitee der Katholischen Laien, das den CENI auffordert, "das Projekt der elektronischen Wahlgeräte rückgängig zu machen".
Die kongolesische Bischofskonferenz (CENCO) fordert unterdessen eine Zertifizierung der Wahlgeräte durch unabhängige Experten. "Es gibt viele widersprüchliche Informationen über die Herstellung und Herkunft dieser Geräte", so Pfarrer Donatien Nshole, Generalsekretär der CENCO, am 13. April auf einer Pressekonferenz. "Wir fordern deshalb eine Zertifizierung der Wahlgeräte durch nationale und internationale Experten, um einen Konsens zu finden, der alle Parteien sowohl auf technischer als auch auf juristischer Ebene beruhigen kann", so Pfarrer Nshole abschließen. (L.M.) Fides

16. April 2018, Nairobi, KENIA: “Jugendarbeitslosigkeit ist eine Zeitbombe“, – „Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der jedoch beschleunigt werden muss, damit es eine dauerhafte Aussöhnung gibt“, betonten die katholischen Bischöfe von Kenia in in einem Kommentar zum Treffen zwischen Präsident Uhuru Kenyatta und Oppositionsführer Raila Odinga am vergangenen 9. März, das darauf abzielte Spannungen zu überwinden zu denen es nach umstrittenen Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr gekommen war .
In der am Ende ihrer Vollversammlung veröffentlichten Erklärung wünschen die Bischöfe, einen "runden Tisch unter Einbeziehung aller beteiligten Parteien“, damit „alle Unterschiede zwischen den Kenianern beseitigt werden". Die Bischöfe hoffen, unter anderem auf die Umwandlung des Präsidentenamtes in eine „überparteiliche Institution“, so dass es künftig keinen „erbitterten politischen Konflikt gibt“, es es „jeweils nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2007 und 2017 war“. Vor allem im Jahr 2007 kam es bei Protesten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Tausenden von Toten und etwa einer Million Vertriebenen.
Die Bischöfe erklären sich jedoch auch, „sehr besorgt über die Tatsache, dass einige Politiker nur den nächsten Wahlkampf denken und bereits mit den bevorstehenden Wahlen im Jahr 2022 beschäftigt sind, statt ihre Bemühungen auf die Lösung der Probleme der Kenianer zu konzentrieren“.
In ihrer Botschaft beklagen die Bischöfe jedoch auch an die weit verbreiteten Übel und Tribalismus, Vetternwirtschaft und Korruption. Insbesondere Korruption verschlimmere die Wirtschaftskrise des Landes, die zu einer hohen Jugendarbeitslosigkeit führe, die die Bischöfen als "eine Zeitbombe“ bezeichen „die jederzeit explodieren kann". "Aus Verzweiflung schließen sich viele junge Menschen Banden, Milizen und terroristischen Gruppen an, während andere sich Drogen und Alkohol hingeben und ihr Leben verschwenden“, so die Bischöfe. Abschließend ermutigen sie die politischen Führungskräfte insbesondere auch „zum Engegement für bessere Ideen für die Förderung und den Schutz der Familien”. (L.M.) Fides

12. April 2018, Kinshasa, D.R. KONGO - Priester werden Opfer eines bewaffneten Überfalls: “Kirche wird eingeschüchtert und bedroht". – Zwei weitere Priester wurden in der Demokratischen Republik Kongo angegriffen. Wie aus einer Verlautbarung hervorgeht, sollen am Abend des 10. April der Gemeindepfarrer der Pfarrei „Isidoro Bakanja“ im Bezirk Seka-Mbote in Boma, Pfarrer Pierre Mavinga und dessen Vikar angegriffen worden sein. "Es war gegen 8 Uhr abends, als ein Dutzend maskierte Männer, einige in Militäruniform, in unsere Räumlichkeiten eindrangen und mit scharfer Munition aus nächster Nähe schossen und unsere Telefone, Computer und ein wenig Geld mitnahmen" so Pfarrer Mavinga.
Pfarrer Mavinga wird derzeit im Krankenhaus behandelt. Der bewaffnete Raubüberfall auf die beiden Priester von Bomba ereignete sich nur zwei Tage nach der Ermordung von Pater Étienne Sengiyumva, Gemeindepfarrer von Kitchanga im Osten des Landes.
Seit einiger Zeit wird die katholische Kirche von der Regierung und bewaffneten Gruppen eingeschüchtert und bedroht. "Einberufungen vor Gericht oder willkürliche Verhaftungen, Entführungen und/oder Tötungen: dies ist das Schicksal vieler Priester und Ordensleute in der Demokratischen Republik Kongo“ so einheimische Beobachter aus kirchlichen Kreisen. "Diese Situation ist zunehmend beunruhigend, da die katholische Kirche eine führende Rolle bei der Suche nach Lösungen für die politische Krise übernommen hat, die die Demokratische Republik Kongo lahm legt". (P.M.B.) (L.M.) Fides

11. April 2018, Abidjan, COTE D’IVOIRE: Dramatische Überbelegung der Haftanstalten: Bischöfliche Kommission wünscht Begnadigung für Gefangene. –Angesichts der dramatischen Lage in den Haftanstalten des Landes fordert die katholische Kirche in Cote d’Ivoire die Begnadigung durch den Präsidenten für diejenigen, die sich an kleineren Verbrechen schuldig gemacht haben. Außerdem sei die Einstellung von neuen Richtern notwendig, um die Gerichtsverfahren zu beschleunigen. In den insgesamt 34 ivorischen Gefängnissen sind rund 16.000 Gefangene in Einrichtungen untergebracht, die eigentlich für die Aufnahme von nur 4.000 Gefangenen vorgesehen sind.
An die Haftbedingungen erinnerte Bischof Antoine Koné von Odienné, Präsident der bischöflichen Kommission für Sozialseelsorge, in seiner Predigt am Tag der Gefangenen, der in dem afrikanischen Land am Sonntag der Barmherzigkeit Gottes, am vergangenen 8. April in der Kirche Sainte Thérèse de Marcory in Abidjan begangen wurde.
„Liebe Brüder, liebe Schwestern, das Grab Christi ist offen", so Bischof Koné zu Beginn seiner predigt, "ist dies nicht auch eine Aufforderung dazu, all die Gefängnisse zu öffnen… in denen so viele unserer Brüder und Schwestern Not leiden, die oft ihre Unschuld beteuern und deren Schrei nicht von denen gehört wird, die ihnen eigentlich helfen könnten, wieder aufzuerstehen?".
Bischof Koné bat um Vergebung für verurteilte Gefangene bei bestimmten Verbrechen, mehr Personal im Justizwesen, schnellere Verfahren für Häftlinge, die auf einen Prozess warten. Solche Maßnahmen, "würden unseren Haftanstalten ein menschliches Gesicht geben zum Vorteil der unschuldigen Gefangenen, die in unseren Gefängnissen Not leiden und die am Ende die Hoffnung verlieren und sich aufgeben", so der Bischof.
Trotz einer Begnadigung durch den Präsidenten für 4132 Gefangene Ende des vergangenen Jahres, bleiben die ivorischen Gefängnisse laut des Bischöflichen Büros Gefängnisseelsorge und Menschenrechte der ivorischen Bischofskonferenz überfüllt.
Nach Angaben der bischöflichen Kommission sind 16.254 Personen in ivorischen Gefängnissen untergebracht, die nur 3.754 Menschen aufnehmen können. Verschiedene Menschenrechtsorganisationen beklagen Promiskuität und die schlechten hygienischen Bedingungen in den der ivorischen Haftanstalten. (L.M.) Fides 1

10. April 2018, Dakar, SENEGAL: Gewalt nimmt wieder zu in Casamance. – "Wir müssen nach der Tragödie im Januar leider eine Zunahme der Gewalt feststellen ", so Erzbischof Paul Abel Mamba von Ziguinchor, der Hauptstadt der Region Casamance im Süden von Senegal, wo seit 1982 ein „schwelender“ Unabhängkeitskampf anhält.
Das Drama, auf das sich Erzbischof Mamba bezieht, ist der Mord an 13 jungen Holzfällern am 6. Januar in der Nähe des Dorfes Boffa-Bayottes. Für das Massaker wurden zunächst die Sezessionsbewegung „Mouvement des Forces Démocratiques de Casamance (MFDC)“ verantwortlich gemacht, die jedoch die Vorwürfe zurückwies.
Seitdem hat die Spannung in der Region wieder zugenommen. Am 29. März wurde bei einem Raubüberfall auf der Straße Ziguinchor-Oussouye, ein 33 Jahre alter Mann von bewaffneten Männern getötet und zwei weitere Personen wurden dabei schwer verletzt. Zwei Wochen zuvor hatten bewaffnete Männer das Dorf Kaguitte im Kreis Ziguinchor überfallen und eine Frau als Geisel genommen.
"Wir haben den Eindruck, dass wir Rückschritte machen, da es bisher einen kostbaren Waffenstillstand gegeben hat, der den Dialog auf dem Weg zum Frieden begünstigte", so der Bischof in seiner Osterpredigt weiter. In diesem Sinne lädt Erzbischof Mamba die Regierung und die bewaffneten Gruppen zum Dialog ein, "weil Gewalt niemals eine Lösung war". "Die mächtigsten Armeen der Welt haben es nie geschafft, Frieden mit Gewalt durchzusetzen. Nur durch den Dialog, durch aufeinander Hören und durch Kompromisse kann Frieden geschlossen werden ", betonte der Prälat. Abschließend forderte Erzbischof Mamba die Gläubigen auf für den Frieden in der Region zu beten.
Seit 1982 schwelt in der Casamance ein von der MFDC geführte Kampf für die Unabhängigkeit der Region vom Rest des Landes. Nach mehreren Vermittlungsversuchen und einer Spaltung in den Reihen der Sezessionsbewegung schien mit Friedensgesprächen, die im Jahr 2017 mit der von Salif Sadio geführten Fraktion der MFDC aufgenommen worden waren, ein positive Entwicklung begonnen zu haben.
Die Kirche setzt sich auf vielfältige Weise für die Förderung von Frieden und Versöhnung ein. Der Verein "Génération non-violente" soll zum Beispiel Jugendliche für Frieden und Gewaltfreiheit sensibilisieren, damit künftige Generationen sich nicht von Kampfgruppen rekrutieren lassen und der Konflikt beendet wird, weil es keine jugendlichen Kämpfer mehr gibt. (L.M.) Fides