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Aktuelle Afrikanachrichten

21. August 2018, Bamako, MALI: Bisheriger Präsident wiedergewählt. – Der bisherige Präsident Ibrahim Boubacar Kéita wurde mit 1.791.926 Stimmen und einem Anteil von 67,16 Prozent der abgegebenen Stimmen bei der zweiten Wahlrunde der Präsidentschaftswahlen am 12. August wieder zum Staatsoberhaupt von Mali gewählt. Das offizielle Wahlergebnis wurde am gestrigen 20. August, vom Verfassungsgericht bekannt gegeben. An der Stichwahl nahm neben Kéita auch Soumaïla Cissé teil, der 876.124 Stimmen und damit einen Anteil von 32,84 Prozent erhielt.
Wie Caritas Mali mitteilt wurde das endgültige Wahlergebnis nach Tagen der Spannung bekannt gegeben, während derer die Anhänger des scheidenden Präsidenten den Sieg bereits feierten und Opposition "gegenüber der Presse und bei öffentlichen Versammlungen, die Protestmärsche gegen, die vom Minister für territoriale Verwaltung und Dezentralisierung verkündet die Ergebnisse protestierten". Während die Menschen auf die Bekanntgabe der endgültigen offiziellen Wahlergebnisse durch das Verfassungsgericht warteten, "war die Spannung sehr groß“, heißt es in einer Verlautbarung der Caritas.
Wie Caritas bestätigt, besteht zwischen den vom Ministerium verkündeten vorläufigen Ergebnissen und den vom Verfassungsgericht bekannt gegebenen endgültigen Ergebnissen eine leichte Abweichung: Ersten Hochrechnungen Ibrahim Boubacar zufolge hatte Kéita 1.798.632 Stimmen (67,17 Prozent) und Soumaïla Cissé 879.235 Stimmen (32,83 Prozent) erhalten
Die Wahlbeteiligung lag laut den Beobachtern der Caritas Mali bei 34,42 Prozent , während sie Nach Angaben des Ministeriums für territoriale Verwaltung und Dezentralisierung bei 34,54 Prozent lag.
Caritas Mali hat 513 Beobachter in 692 Wahllokalen und damit in rund 3% der insgesamt 23.041 Wahllokale eingesetzt. Caritas Mali hatte im Vorfeld auch empfohlen bei den beiden Wahlen am 29. Juli und 12. August 2018 die Veröffentlichung von vorläufigen Ergebnissen nach Sitzen zu vermeiden, um den Verdacht des Wahlbetrugs zu verhindern. "Diese Empfehlung wurde vom Verfassungsgericht berücksichtigt, das die Oberaufsicht über Bekanntgabe der Ergebnisse nach Sitz übernommen hat", heißt es in der Erklärung.
In einer Erklärung, die kurz nach der Wahl veröffentlicht wurde, „würdigte die Wahlbeobachtungsmission der Caritas Mali die Reife und das Verantwortungsbewusstsein der Bürger, die sie während des Wahlprozesses bewiesen hatten, und bat die Einwohner des Landes, sich weiter um die Konsolidierung der nationalen Einheit zu bemühen."
"Caritas Mali setzt sich auch künftig unter der Schirmherrschaft der Bischofskonferenz von Mali für die Förderung und Durchführung friedlicher, glaubwürdiger und fairer Wahlen zur Stärkung der Demokratie in Mali ein", heißt es in der Verlautbarung abschließend. (L.M.) Fides

20. August 2018, Abidjan, ELFENBEINKÜSTE: Auswanderung von Priestern und Ordensleuten gefährdet Ortskirche. – “Der Wunsch nach Europa zu gehen, um dort zu leben und Afrika zu verlassen ist zu einer Art Ideologie geworden, die sehr gefährlich ist und die Geister zerstört, vom zerbrechlichsten bis zu den solidesten, wie zum Beispiel bei Priestern und Ordensleute", so Pater Donald Zagore, ein afrikanischer Priester der Gesellschaft für die Afrikamissionen.
"Es ist traurig, aber es ist wichtig, dass wir erkennen, dass das Phänomen der Auswanderung nach Europa nicht nur unsere afrikanischen Zivilgesellschaften betrifft, sondern auch unsere vielen Diözesen und Ordensgemeinschaften. Es gibt viele Priester und Ordensleute, die den afrikanischen Kontinent verlassen, um ihren Dienst in europäischen und amerikanischen Ländern zu leisten. Die Auswanderung in ihrer religiösen Form ist ein Phänomen, das auf unserem Kontinent zunimmt", so der Missionar weiter.
"Bereits Anfang 2017 hat Bischof Marcelin Yao Kouadio von Daloa in einer seiner Predigten an die Fälle von zwei besonders betroffenen afrikanischen Diözesen erinnert. Im Mai 2018 prangerte auch der Vorsitzende der Ivorischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ignace Bessi Dogbo, bei der Eröffnung der Vollversammlung der ivorischen Bischöfe das Phänomen der ‚Wander’-Priester an. Er meinte damit Priester, die sich nach ihrem Studium oder nach einer Mission in Europa weigerten, nach Afrika zurückzukehren. In einem von der französischen katholischen Zeitung ‚Lacroix’ am vergangenen 7. August veröffentlichten Interview bestätigte auch Erzbischof Dominique Lebrun von Rouen, der früher die Arbeitsgruppe ‚Pretres venus d'ailleurs’ leitete, die Existenz eines solchen Phänomens“, betont Pater Zagore.
„Grund dafür ist meistens die Suche nach Wohlstand und Prestige“, so Pater Zagore. „Viele fliehen vor Elend und Unsicherheit. Doch fühlen sich auch viele Afrikaner besonders in kirchlichen Kreisen anderen überlegen, weil sie in Europa leben, arbeiten oder studieren. Manchmal wird eine Ernennung oder ein weiteres Studium in Europa als eine Art Erlösung betrachtet. Es ist dramatisch, wenn man bedenkt, dass das afrikanische Wesen sich erst zu verwirklichen scheint, wenn es europäisches Prestige genießt".
"Dieses Konzept birgt eine enorme Gefahr für die Kirche in Afrika, die sich aufgrund des Priestermangels und der zunehmenden Ausbreitung von nicht geeigneten Berufungen allmählich entleert. Es ist heute nicht mehr notwendig, Priester zu werden, um den Armen in Christus zu dienen. Was erstrebenswert erscheint, ist der ungezügelte Wettbewerb um materielle Güter und Ruhm, der in unseren Kirchen in Afrika zu Konflikten und Spaltungen führt", fährt Pater Zagore fort.
"In unseren Diözesen, in unseren Ordensgemeinschaften sind dringend konkrete Maßnahmen erforderlich, um die Auswanderung von Priestern und Ordensleuten einzudämmen. Vor allem brauchen wir ein kollektives Bewusstsein für diese Gefahr. Zweitens müssen die kirchlichen Behörden die einzelne Berufung und Ernennung sorgfältig prüfen. Abschließend möchte ich noch einmal mit Nachdruck Bischof Marcelin Kouadio zitieren, der sagt: ‚Das Priesteramt und das Ordensleben sollten kein Sprungbrett sein, um aus Afrika weg zu gehen, weil es arm ist’“, so Pater Zagore abschließend. (DZ/AP) Fides

20. August 2018, Nairobi, KENIA: „Korruptionsbekämpfung, ein Krieg, den wir nicht verlieren dürfen“. – "Wir begrüßen die Bemühungen von Präsident Uhuru Kenyatta und anderer Regierungsstellen, die Korruption in Kenia ein für allemal zu auszurotten. Dies ist ein Krieg, den wir nicht verlieren dürfen", so die Bischöfe Kenias in einer am vergangenen 17. August am Ende ihrer außerordentlichen Sitzung veröffentlichten gemeinsamen Erklärung.
Die Bischöfe unterstreichen, dass die Bekämpfung der Korruption ein strategischer Prozess für die Zukunft des Landes sei, der unter Einbeziehung aller Schichten der Gesellschaft systematisch stattfinden müsse.
In ihrem Dokument erinnern die Bischöfe an den jüngsten Skandal um die Einfuhr von durch Quecksilber und Kupfer verunreinigt Zucker, deren Gehalt die für den menschlichen Verzehr zugelassen Mengen um ein Zehnfaches überschritt. "Wir sind besorgt angesichts des Verdachts, dass einige Parlamentarier versucht haben sollen, den Bericht über den Zuckerskandal zu vertuschen", schreiben die Bischöfe und unterstreichen, dass "nur die Wahrheit das Land retten kann. Die Kenianer wollen die Wahrheit über diesen Skandal wissen, der die Gesundheit von Millionen von Bürgern gefährdet."
Neben der Korruption beeinträchtige auch Vetternwirtschaft den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt in Kenia, so die Bischöfe. "Vetternwirtschaft untergräbt die Prinzipien des Gemeinwohls und die Chancengleichheit, die alle Kenianer genießen sollten", beklagen die Bischöfe, die diese Praxis "aufs Schärfste verurteilen".
Abschließend erinnern die Bischöfe an den vom 11. bis 13. September geplanten Streik der Lehrer. Man verstehe zwar die Gründe der Lehrer, doch "das Interesse der Schüler ist vorrangig und darf nicht beeinträchtigt werden". Unter Hinweis auf den wichtigen Beitrag der katholischen Kirche zum kenianischen Bildungswesen bitten die Bischöfe in diesem Zusammenhang darum, zu Fragen, die katholischen Schulen betreffen, konsultiert zu werden. (L.M.) Fides

20. August 2018, Abuja,NIGERIA: Katholischer Priester bei Raubüberfall getötet. – „Pfarrer Michael Akawu wurde bei einem bewaffneten Raubüberfall getötet“. Dies bestätigt der Sprecher der Erzdiözese Abuja Patrick Tor Alumuku auf Anfrage des Fidesdienstes. Der katholische Priester kam am vergangenen Samstag, dem 18. August bei einem Raubüberfall in einem Supermarkt gewaltsam ums Leben. "Zusammen mit ihm wurden auch andere Kunden Opfer der Kriminellen", berichtet Pfarrer Alumuku.
Pfarrer Akawu war Vikar in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von der Unbefleckten Empfängnis in Dobi-Gwagwalada, einem Vorort der nigerianischen Hauptstadt Abuja. Er war als erster einheimischer Priester aus Abuja am vergangenen 4. Februar vom Erzbischof von Abuja, Kardinal John Onayeikan, zum Priester geweiht worden. (L.M.) Fides 20/8/2018

11. August 2018, Kairo, ÄGYPTEN: Ehemaliger Mönch gesteht Mord an Bischof Epiphanius. – Der Ägypter Wael Saad Tawadros, der noch bis vor wenigen Tagen Mönch des koptisch-orthodoxen Klosters St Makarios war, wurde von den ägyptischen Justizbehörden als Täter des Mordes am koptisch-orthodoxen Bischof Epiphanius identifiziert. Der Bischof war in den frühen Morgenstunden des 29. Juli in dem Kloster tot aufgefunden wurde, das er als Abt leitete. Laut ägyptischen Medienberichten gestand der ehemalige Mönch das Verbrechen und erklärte, dass er Bischof Epiphanius mit einer Eisenstange getötet hatte.
Am vergangenen 5. August wurde Wael Saad Tawadros, der bis dahin unter Namen Jesaja al Makary Mönch des Klosters San Makarios war, aus dem Kloster verwiesen und mit einer vom koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. unterzeichneten Anweisung des Mönchsstandes enthoben. Der ehemalige Mönch wurde aufgefordert, "für die Rettung seiner Seele Reue zu zeigen". Zunächst hatte ein Sprecher der koptisch-orthodoxen Kirche jedoch dementiert, dass die Maßnahmen gegen Wael mit dem Tod von Bischof Epiphanius in Verbindung standen.
In den frühen Morgenstunden des Sonntags, 29. Juli, wurde die Leiche des Bischofs Epiphanius auf dem Weg von seiner Zelle zur Kirche des Klosters in einer Blutlache gefunden. Der Bischof wollte wie gewöhnlich den Tag mit Morgengebet beginnen, bevor der Sonntagsgottesdienst beginnen sollte. Der Bischof war 64 Jahre alt und wurde in Tanta geboren. Nach dem Medizinstudium war er 1984 in das Kloster von St Makarios in der Region Wadi Natrun eingetreten und wurde 2002 zum Priester geweiht. Als Forscher und Wissenschaftler hatte an der Übersetzung mehrer Bücher der Bibel vom Griechischen ins Arabische mitgearbeitet. Die Mönche des Klosters St. Makarios hatten ihn am 3. Februar 2013 mehrheitlich zu ihrem Abt gewählt. Er war ein Schüler von Matta el Meskin – geistliche Schlüsselfigur in der jüngeren Geschichte der koptisch-orthodoxen Kirche – und pflegte intensive Beziehungen der geistlichen Gemeinschaft mit Freunden und Klostergemeinschaften der katholischen Kirche. (GV) Fides

10. August 2018, Abidjan, ELFENBEINKÜSTE: Amnestie für politische Gefangene: “Ein großer Schritt in Richtung Frieden”. – Am 6. August 2018, dem Vorabend des Unabhängigkeitstags, beschloss der ivorische Präsident Alassane Ouattara etwa 800 politische Gefangenen im Rahmen einer Amnestie freizulassen, darunter auch Simone Gbagbo, Ehefrau des ehemaligen Präsidenten der Republik, die wegen Kriegsverbrechen verurteilt wurde.
"Dies ist eine politische Entscheidung, die in einem angespannten sozio-politischen Kontext getroffen wurde: fast die gesamte bürgerliche und politische Gesellschaft besteht auf die Freilassung politischer Gefangener nach den Gewalttaten im Zusammenhang mit der Wahl von 2011 im Zeichen echter Versöhnung", so Pater Donald Zagore, ivorischer Priester der Gesellschaft der Afrikamissionen.
"Die Elfenbeinküste ist seit 1999 in einen Teufelskreis von Spaltung und gesellschaftspolitischer Gewalt geraten", fährt Zagore fort, „der mit dem Ausbruch einer blutigen bewaffneten Revolte im Jahr 2002 gewann und bis zur Gewalt nach den Wahlen von 2011 reichte, bei der nach Angaben der internationalen Staatengemeinschaft fast 3.000 Menschen starben".
"Im Prozess der Aussöhnung, der von den gegenwärtigen Regierenden auf den Weg gebracht wurde, ist die Gerechtigkeit das Grundprinzip, auf dem nationale Versöhnung aufgebaut werden soll. Unglücklicherweise verharrt die ivorische Justiz in einer Logik unverhohlener Unparteilichkeit, die Gerechtigkeit für Sieger praktiziert und damit nicht mehr Instrument des Friedens und der Versöhnung ist, sondern zu einem Instrument der Ungerechtigkeit und Spaltung", so der Missionar.
"In einem solchen Kontext war Frieden nicht mehr möglich“, bekräftigt P. Zagore, „Der einzige Ausweg war eine Amnestie mit der Freilassung aller politischen Gefangenen, die einen aufrichtigen Dialog und wahre Versöhnung begünstigt. Alle sozialen, politische und religiösen Gruppen hatten zu einer solchen Freilassung der politischen Gefangenen aufgerufen“.
„Auch die katholischen Bischöfe des Landes hatten eine solche Politik eindringlich gefordert. Mit der Amnestie ist heute ein großer Schritt in Richtung einer echten und definitiven Aussöhnung getan worden, auch wenn der Weg noch lange ist. Doch alle Ivorer dürsten nach Frieden und Versöhnung", so der Missionar abschließen. DZ/AP Fides

8. August 2018, Addis Abeba, ÄTHIOPIEN: Priester sterben bei Brandanschlägen auf Kirchen in der somalischen Region. – Patriarch Matthias I. und die Heilige Synode der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo Kirche haben beschlossen, die 16 Tage des Fastens und des Gebets vor und nach dem Fest der Entschlafung Mariens dem Frieden und der Versöhnung in der somalischen Region Jijiga in Äthiopien zu widmen, wo es in den vergangenen Tagen zu ethnischen Konflikten kam, bei denen rund 30 Menschen starben. Die äthiopisch-orthodoxe Kirche ist von der Spirale der Gewalt besonders betroffen: Nach Angaben der lokalen Medien wurden mindestens sieben orthodoxe Kirchen angegriffen und in Brand gesteckt. Lokale Quellen sprechen von mindestens sechs ermordeten Priestern und mehreren getöteten Gläubigen.
Die Auseinandersetzungen begannen gegen Ende der vergangenen Woche, als Kämpfer der somalischen Liyu-Milizen unter Leitung von Abdi Illey (Präsident der somalischen Region) ein Treffen zwischen den Mitgliedern des regionalen Parlaments und der Bevölkerung der Stadt Dire Daua, stören wollten, bei dem die Menschenrechtsverstöße in der Region angeprangert werden sollten. Auf die Gewalt reagierte die äthiopischen Armee mit der Positionierung der Truppen rund um die institutionellen Gebäude, einschließlich der Gebäude des Regionalparlaments und des Präsidentenpalastes, in dem Abdi Illey residiert. Daraufhin wurden auf Initiative der Mitglieder der Liyu-Milizen Ziele angegriffen, die in Verbindung mit ethnischen Minderheiten stehen. Die Spirale der Gewalt hat auch zu einer Zuspitzung der Kontraste zwischen der regionalen Verwaltung und der Regierung von Addis Abeba geführt, was schließlich den Rücktritt von Abdi Illey mit sich brachte, der - wie von lokalen Medien berichteten - wurde von den Behörden in Addis Abeba in Gewahrsam genommen wurde.
Die somalische Region ist seit einiger Zeit instabil. Der äthiopische Premierminister Abyi Ahmed stattete dieser Region Anfang April seinen ersten Besuch nach Amtsantritt ab. Im Moment, so die offiziellen Quellen der orthodoxen Tewahedo-Kirche, werden über 20.000 äthiopische Binnenflüchtlinge in den orthodoxen Pfarreien in Jijiga betreut.
Die äthiopisch-orthodoxe Tewahedo-Kirche wird von Abuna Matthias I. geleitet und ist die einzige autochthone Kirche in der Region südlich der Sahara. "Der Schlüssel zur Einheit unter den Kirchen", sagte er dem äthiopischen Patriarchen nach einem Treffen mit Papst Franziskus 29. Februar 2016, "ist heute in der Ökumene der Märtyrer". (GV) Fides

6. August 2018, Kairo, ÄGYPTEN - Nach dem Mord an Bischof Epiphanios führen Ermittler über vierhundert Verhöre. – Über vierhundert Verhöre, wurden von den ägyptischen Justizbehörden in der Region Wadi-Natrun im Rahmen der Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Mord an dem koptisch-orthodoxen Bischofs Epifanio durchgeführt oder sollen in den nächsten Tagen stattfinden. Der Abt kam am Sonntag, den 29. Juli, im von ihm geleiteten Kloster San Macario gewaltsam ums leben. Zum Verhör wurden von den Ermittlern neben den Mönchen auch die Arbeiter, Bauern und Mitarbeiter des Klosters geladen, sie gewöhnlich Zugang zum Kloster hatten. Doch, so offizielle Quellen der koptisch-orthodoxen Kirche, keine der bisher verhörten Personen, komme als Täter des abscheulichen Mordes an Bischof Epiphanios in Frage. (GV) Fides

1. August 2018, Kigali, RUANDA: Laut Verfügung der Regierung 8000 Kirchen in den letzten sieben Monaten geschlossen. – Infolge einer Regierungsverordnung wurden in den letzten 7 Monaten 8000 Kirchen geschlossen. Die Entscheidung die Anzahl der sowohl christlichen als auch muslimischen Kultorte im Land zu verringern sieht die Schließung der Kirchen vor, die keine ausreichenden Hygiene-und Sicherheitsbedingungen haben, um ihre Funktion weiter ausüben zu können. Dies wurde von der regierungsfreundlichen Agentur Kigali Today Press bekannt gegeben. Die katholischen wie protestantischen Christen (90% der Bevölkerung) klagen die Regierung an, mit dem neuen Gesetz die Schließung von Kirchen und Moscheen zu rechtfertigen.
„Kirchen schließen, Kriterien festsetzen, wer Geistlicher werden darf – ist das wirklich die richtige Lösung für das Religionsproblem in Afrika?“, fragt P. Donald Zagore, Theologe der Afrikanischen Missionsgesellschaft; er erklärt, dass es eine Lösung gebe, aber dazu sei es notwendig aufmerksam zu verfolgen, welche Auswirkungen eine derartige Entscheidung auf das Grundwesen der religiösen Dynamiken haben könnte. „Die Religion funktioniert anders als jegliche Partei oder politische Vereinigung. Ordnung in die Unordnung bringen zu wollen ist eins; etwas anderes ist es, bewusst oder unbewusst den prophetischen Charakter der Religion zu kappen, der sich jeder Logik und jedem akademischen Imperativ entzieht. Akademische und intellektuelle Bildung ist zweifellos notwendig, aber in der Religion ist dies keine Voraussetzung. Einzige Vorbedingung ist der Glaube. Gott ruft zu seinem Dienst Männer und Frauen auf, nicht unbedingt intelligent oder graduiert sein müssen, sondern Männer und Frauen, die von ihrem Glauben überzeugt und bereit sind ihn zu leben und zu bezeugen, auch um den Preis ihres eigenen Lebens. Wir sollten uns auch folgende Frage stellen: Wird die Regierung Ruandas – wenn sie erst einmal die Kriterien für die theologische Ausbildung festgesetzt haben wird – aufhören aus der Religion ihr business zu machen? Schlüsselfrage ist: Warum ist der Handel mit den Religionen in Afrika so populär und so lukrativ? Auch wenn die religiösen Betrüger eine Gefahr bleiben, die bekämpft werden muss, so sind doch die Betrogenen das wahre Problem. Warum werden unsere Leute im Namen der Religion missbraucht und beraubt?“
Die Religionsfreiheit ist als ein Recht in der Verfassung von Ruanda in Art. 37 aus dem Jahr 2003 verankert; allerdings wurde laut World Monitor Watch jeglicher Bezug zur christlichen Religion aus der Verfassungs-Preambel gestrichen. Bei den Genozid- Gedenkfeiern darf kein Priester oder Pastor sprechen (es sei denn, die Veranstaltung wird von einer Kirche organisiert); in den Verwaltungsbüros sind Zusammenkünfte zum Gebet untersagt. (DZ/AP) Fides

30. Juli 2018, Kairo, ÄGYPTEN: Koptisch-orthodoxer Bischof, Epiphanius Abt des Klosters von S.Macario erschossen. – Es bleiben Zweifel und Unklarheiten bzgl. Der Ermordung des koptisch-orthodoxen Bischofs Epiphanius, Abt des Klosters von S. Macario d.GFr ( Dayr Abū Maqār); er wurde ams Sonntag, 29. Juli, vor Sonnenaufgang tot im Innern des Klosters aufgefunden. Dies wurde in einer offiziellen Note bestätigt, die P. Boulos Hallym am Sonntag-Abend verteilt und mit dem Datum der Beisetzung des Bischofs verteilt und an die er noch hinzu gefügte hatte, dass die Beerdigung des Bischofs erst stattfinden kann, nachdem die von den Justizbehörden geforderten Untersuchungen im Innern des Klosters beendet sind.
Der Leichnam von Anba Epiphanius wurde in einer Blutlache liegend im Innern des Klosters aufgefunden; das Blut zeigt seinen Weg von seiner Zelle zur Kirche, wo der Bischof den Tag mit den Morgengebeten beginnen wollte.
Indiskretionen zufolge , die in den ägyptischen Media auftauchten, soll der Bischof mit einem schweren, spitzen Gegenstand auf den Kopf geschlagen worden sein. Lokalblätter sprechen von „einer kriminellen Tat“ und „Terrorakt“; zum jetzigen Zeitpunkt haben die Untersuchungen allerdings noch nicht den Hintergrund für die Bluttat gefunden.
Anba Epiphanius war 64 Jahre alt, gebürtig aus Tanta, Doktor der Medizin. 1984 Eintritt in das Kloster von S. Macario in der Region von Wadi Natrun, Priesterweihe 2002. Als Forscher und Gelehrter hatte er an Übersetzungen vom Griechischen ins Arabische verschiedener Bücher der Bibel gearbeitet; dafür nahm er auch an der 10. internationalen Konferenz für koptische Studien teil, die 2012 in Rom stattgefunden hatte. Die 100 Mönche des Klosters von S. Macario hatten ihn am 3. Februar mehrheitlich zum Abt gewählt. Er war Schüler von Matta el Meskin – dem spirituellen Vater und Schlüsselfigur der jüngsten Geschichte des koptisch-orthodoxen Klosters und erlebte intensive spirituelle Momente mit seinen Freunden und der Klostergemeinschaft der katholischen Kirche.
Auch der koptische Patriarch, Tawadros II, schickte einige Delegierte ins Kloster um dort direkte Informationen über die schreckliche Tat zu erfahren. (GV) Fides

27. Juli 2018,Wa, GHANA: Mit Talk Show zur Unterrichtung über mentale Gesundheit und wie man Kranke nicht isoliert - Projekt des Bischofs von Wa geht weiter. – Sie suchen geistig Behinderte auf der Straße, geben ihnen Essen, saubere Kleider und die richtigen Medikamente: Das ist das Projekt von Mons. Richard Kuuia Baawobr, dem Bischof von Wa in Ghana. Er startete es 2016 für Menschen, die an psychischen Störungen leiden. Dieses Projekt trägt die ersten Früchte, will weiter gehen, moderne Strukturen schaffen und das soziale Stigma bekämpfen.
Nach bei Fides eingegangenen Informationen ist das Problem psychischer Leiden in Ghana ein viel beachtetes. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation leiden von den 21,6 Millionen Einwohnern Ghanas 650.000 an schweren Geisteskrankheiten weitere 2.166.000 an mäßigen bis leichten Störungen.
Die Dienste für geistige Gesundheit sind nur in den Städten präsent. Es handelt sich dabei jedoch um große Krankenhäuser, die einen überholten Ansatz für Geisteskrankheiten haben. Die großen internationalen Organisationen raten in der Tat von der Einrichtung großer Zentren ab, in denen man Gefahr läuft, dass den einzelnen Patienten nicht die gebotene Aufmerksamkeit zukommt; stattdessen raten sie zu kleinen, über das Land verteilte Zentren. Einige dieser kleinen Zentren gibt es in Ghana in den bäuerlichen Gemeinden, aber sie privat und ihre Dienstleistungen kann sich nicht jedermann leisten. Dazu kommt das Stigma mit dem die geistig Kranken belastet sind; sie werden von ihren Familien verlassen, oft misshandelt, isoliert, gequält. Ihre Rechte werden mit Füßen getreten. Um auf die Bedürfnisse dieser verwundbaren Menschen eine Antwort zu geben, hat Bischof Richard Kuuia Baawobr ein Projekt gestartet, das Kirchengemeinden, religiöse Organisationen, Geistliche und Laien involviert. 2016 haben die Freiwilligen-Gruppen begonnen den geistig Kranken, die auf der Straße leben, Essen und Kleidung zu bringen. Einige Ärzte und Krankenpfleger sind bereit Therapien und Medikamente zu geben.
Nach zwei Jahren ist das Projekt inzwischen gut strukturiert, aber der Bischof hat beschlossen noch darüber hinaus zu gehen: „Wir planen – kündigte er gegenüber Fides an – ein Zentrum für Rehabilitation und Wiedereingliederung in die Heimatgemeinden zu gründen“. In das Projekt soll auch der Gesundheitsdienst Ghana einbezogen werden, der Pharmaka und Beratung liefern soll, um so den Patienten bei der Rückkehr in die Normalität zu helfen.
Der Bischof möchte versuchen auch die Ausgrenzung zu bekämpfen. „In Zusammenarbeit mit der Einheit für mentale Gesundheit in Wa – vermerkt er – wird eine talk show im Radio organisiert, um so das Publikum über mentale Gesundheit und Bedeutung für die Familien zu informieren, Gemeinschaft und Gesellschaft dazu bringen, die Krankheit zu akzeptieren und den Kranken während und nach der Behandlung zu unterstützen. Während der Therapie werden Kranken eine Berufsausbildung bekommen, die sie selbständig werden lässt, ihre ökonomische Situation verbessert und ihren Selbstwert erhöhen wird.“ (EC) Fides