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Aktuelle Afrikanachrichten

10. Dezember 2018, Oran, ALGERIEN: Kirche möchte sich weiterhin für Dialog, Harmonie und Freundschaft einsetzen. – “In Erinnerung an den Tod dieser neunzehn christlichen Opfer in Algerien möchten die Katholiken in Algerien und in aller Welt die Treue dieser Märtyrer zur göttlichen Botschaft des Friedens feiern, zu dem Gott alle Menschen inspirieren will. Gleichzeitig wollen sie in ihren Gebeten alle Söhne und Töchter Algeriens einbeziehen, die wie sie Opfer derselben Gewalt wurden, weil sie ihre Pflichten als Gläubige und Bürger mit Treue und Respekt gegenüber den anderen in diesem gesegneten Land gelebt haben", heißt es in der Botschaft, von Papst Franziskus zur Seligsprechung von Bischof Claverie von Oran und 18 Gefährten (darunter Ordensmänner und Ordensfrauen), die in den Jahren 1994-96 in Algerien getötet wurden. Die Botschaft wurde zu Beginn der Seligsprechungsfeier am 8. Dezember in der Basilika Notre Dame de Santa Cruz in Oran verlesen, der der Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen, Kardinal Giovanni Angelo Becciu als Sondergesandter des Papstes vorstand.
Der Papst hofft dass diese Feier helfen wird, "die Wunden der Vergangenheit zu heilen und eine neue Dynamik der Begegnung und des Zusammenlebens auf den Spuren unserer Seligen" entstehen zu lassen. Der Papst dankte dem Präsidenten und den Behörden Algeriens für das Entgegenkommen bei der Organisation der Seligsprechung der "Märtyrer der größten Liebe" und drückt seine Zuneigung für das algerische Volk aus, "das in der Krise der Gesellschaft am Ende des letzten Jahrhunderts großes Leid erlebt hat".
Papst Franziskus erinnert dann die "große Botschaft der Liebe", die von einem der bekanntesten spirituellen Lehrer des Landes stammt, dem hl. Augustinus von Hippo, und betont: "Mit der Seligsprechung unserer neunzehn Brüder und Schwestern möchte die Kirche von ihrem Wunsch Zeugnis ablegen, sich weiterhin für Dialog, Harmonie und Freundschaft einzusetzen. Dieses erste Ereignis dieser Art möge ein großes Zeichen der Geschwisterlichkeit für die ganze Welt setzen. "
In seiner Predigt betonte Kardinal Angelo Becciu: "Der tragische Tod des seligen Peter Claverie und der 18 Märtyrer und Gefährten ist ein Samen, der in einer schwierigen Zeit ausgesät wurde und der durch das Leid befruchtet wurde und Früchte der Versöhnung und Gerechtigkeit tragen wird. Dies ist unsere Sendung als Christen: Jeden Tag den Samen des evangelischen Friedens zu säen und uns über die Früchte der Gerechtigkeit zu freuen. Mit dieser Seligsprechung möchten wir zu ganz Algerien nur folgendes sagen: Die Kirche will nichts weiter, als dem algerischen Volk zu dienen und Zeuge der Liebe zu allen zu geben". (SL) Fides

10. Dezember 2018, Lome, TOGO - Zuspitzung der Gewalt im Vorfeld der Wahlen. – Seit Beginn der Wahlkampagne für die Parlamentswahlen am 20. Dezember sieht sich das Land mit einer neuen Wellen der Gewalt konfrontiert. Am Samstag, dem 8. Dezember, kam es an mehreren Orten in Togo zu gewaltsamen und tödlichen Auseinandersetzungen zwischen den Sicherheitskräften und Anhängern des togoischen Oppositionsbündnisses (C14), das sich gegen die Wahlen aussprach. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei wurde in Lomé ein Kind erschossen.
„In einigen Vororten wie Agoè, wo das Kind starb, haben junge Demonstranten Barrikaden errichtet und Reifen verbrannt, so dass die Polizei dort Tränengas einsetzte", so ein einheimischer Beobachter. "In anderen Städten des Landes, vor allem in Sokode und Bafilo, wurden die jungen Leute bereits mit Tränengas zerstreut bevor sie zusammenkommen konnten. Dies sind beunruhigende Anzeichen“, so der Beobachter weiter, „einer gefürchteten Rückkehr zur Sprache der Gewalt als Ausdrucksmittel des Konflikts in Togo".
Das Land befindet sich seit über einem Jahr in einer schweren politischen Krise, in deren Rahmen der Rücktritt von Präsident Faure Gnassingbé gefordert wird, der das Land seit 2005 regiert.
"Die evangelischen, presbyterianischen und methodistischen Kirchen von Togo forderten die Verschiebung dieser Wahlen um einige Monate und verwiesen dabei auf die ungünstigen Bedingungen. Ihnen schlossen sich am vergangenen Freitagabend, den 7. Dezember auch die muslimischen Gemeinden in Togo an“, so der Beobachter weiter, „Der politische Dialog zwischen Opposition und Regierung ist gescheitert und der entschlossene und prophetische Appell der togolesischen Bischöfe an die Politiker vom vergangenen 15. November, mit der Bitte ihre Verantwortung zu übernehmen und die angespannte Atmosphäre zu entschärfen, blieb ungehört. Wie in vielen afrikanischen Ländern läuft Togo Gefahr, aus politischen Gründen in einen Bürgerkrieg zu geraten."(DZ/AP) Fides

7. Dezember 2018, .Bangui, ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK: Massaker in Alindao -Kardinal Nzapalainga fordert internationale Untersuchungen. – "Wir fordern eine internationale Untersuchung des Massakers von Alindao", so der Erzbischof von Bangui, Kardinal Dieudonné Nzapalainga. In der Stadt im Südosten der Zentralafrikanischen Republik starben am vergangenen 15. November bei einem Attentat von ehemaligen Seleka-Rebellen der UPS (Unité pour la Paix und Centrafrique) unter Leitung von General Ali Darassa mindestens 60 Menschen, die meisten in einem Auffanglager in der Nähe der Kathedrale. Die Kathedrale wurde geplündert und zerstört, während sich unter den Opfern des Massakers auch der Generalvikar, Bischof Blaise Mada, und Celestine Ngoumbango, Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde in Mingala, befanden.
Der Kardinal appelliert nun an die internationale Gemeinschaft mit der Bitte, Verantwortung für Ereignisse in Zentralafrika zu übernehmen, insbesondere, was den Einsatz der Blauhelme der UN-Mission MINUSCA anbelangt, die nach Aussagen von Überlebenden nicht zum Schutz der Zivilbevölkerung eingegriffen haben sollen.
"Sie sind im Namen der internationalen Gemeinschaft gekommen, um uns zu helfen und um die Zentralafrikaner zu schützen", so Kardinal Nzapalainga im Interview mit einem konfessionellen Radiosender, "doch heute sehen wir an einigen Orten, dass die Soldaten, anstatt die Bevölkerung zu schützen, diese ihrem Schicksal überlassen. Zivilisten werden in Alindao und an anderen Orten getötet. Wie erklären wir uns, was wir gesehen haben? Die Leichen, die niedergebranten Häuser und Kirchen? Ich fordere, dass eine internationale Untersuchung eingeleitet wird, damit wir die Wahrheit über diese Massaker erfahren und Gerechtigkeit geschieht ", so der Kardinal abschließend. (L.M.) Fides

5. Dezember 2018, Bangui, ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK: Attentäter von Alindao greifen erneut kirchliches Flüchtlingscamp an. – Ein weiteres Flüchtlingslager der katholischen Kirche wurde in Ippy im Südosten der Zentralafrikanischen Republik am gestrigen, 4. Dezember, von Kämpfern der UPC (Unité pour la Paix und Centrafrique) unter Leitung von Ali Darassa angegriffen. Die gleichen Gruppe war für das Massaker in Alindao am vergangenen 15. November verantwortlich, bei dem mindestens 60 Menschen, darunter zwei Priester, getötet wurden.
Die Flüchtlinge, darunter Männer, Frauen und Kinder, die in einem Flüchtlingscamp bei der die Kirche „Saint Xavier“ in Ippy (rund 100 km von Bambari entfernt) lebten, mussten vor den Schüssen der der UPC-Kämpfer im umliegenden Busch Zuflucht suchen. "Die UPC-Rebellen haben wild um sich geschossen und alle zur Flucht gezwungen", so ein Augenzeuge. „Die Blauhelme der Vereinten Nationen, die vor Ort stationiert sind, haben nichts getan um den Anschlag zu verhindern“, bedauert ein einheimischer Beobachter.
Der Vorsitzende der Friedensausschusses in Ippy, Pfarrer Roger Stanislas Djamawa, beklagt, dass die Bürger der Zentralafrikanischen Republik ihrem Schicksal überlassen wurden. Im Moment gibt es keine Angaben über die Anzahl der Opfer. (GV) Fides

4. Dezember 2018, Niamey, NIGER: “Pater Maccalli geht es gut”. – "Bischof Djalwana Laurent Lompo von Niamey bestätigt, dass Pater Pier Luigi Maccalli (sma), der am 17. September in Niger entführt wurde, am Leben ist. Er kann uns aus Gründen der Sicherheit, nicht sagen, auf welchen Elemente dieser Aussage basiert, aber er hat uns versichert, dass er diese Aussage mit aller Aufrichtigkeit und Wahrheit macht“, so der aus Benin stammende Provinzial der Ordensprovinz Benin-Niger der Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA), Pater Désiré Salako, in dessen Zuständigkeitsgebiet sich auch die Mission des entführten Pater Pier Luigi Maccali befindet, bei einem Besuch des Provinzhauses des Ordens in Genua. (MP/AP) Fides

4. Dezember 2018, Brazzaville, REPUBLIK KONGO: “Priester sollen Jugendlichen Orientierungshilfen anbieten”. – "Kongolesische Jugend und christliche Identität" lautet das Thema der 47. Vollversammlung der Bischofskonferenz des Kongo, die vom 26. November bis 2. Dezember im Centre Interdiocésain des Œuvres (CIO) in Brazzaville tagte. Das Thema solle insbesondere an die im Oktober in Rom abgehaltene XV. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode erinnern, so die Bischöfe in ihrer Schlussbotschaft.
"Mehrere Gründe haben uns dazu veranlasst, dieses Thema zu wählen", heißt es in der Botschaft weiter,"Demografisch gesehen ist der Kongo ein überwiegend junges Land (60 bis 70% der Bevölkerung sind junge Menschen). Aus soziokultureller Sicht ist die Jugend, obwohl sie die größte soziale Gruppe ist, paradoxerweise marginalisiert, angreifbar und verletzlich, Opfer der Übel unserer heutigen Gesellschaft: Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Individualismus und Ausgrenzung".
Unter religiösen Gesichtspunkten sind die Bischöfe besorgt darüber, dass "junge Menschen von Ideologien desorientiert werden, die von einer bestimmten Art von religiösen und esoterischen Bewegungen verbreitet werden, die Jugendliche manipulieren und in die Irre führen... Angesichts dieser Sachlage sind viele desorientiert und beunruhigt und fragen sich nach ihrem Glauben und ihrer christlichen Identität. "(L.M.) Fides

30. November 2018, Sokodè , TOGO: Spannungen im Vorfeld der Wahl - Opposition ruft zu Demonstrationen auf. – Am kommenden 20. Dezember sollen in Togo Parlamentswahlen stattfinden, doch die politische Krise scheint kein Ende zu nehmen. Im Vorfeld der Wahlen fordert das Oppositionsbündnis bei Großkundgebungen am 29. November und 1. Dezember in verschiedenen Städten des Landes, darunter Lomé, Kpalimé, Atakpamé, Sokodé, Bassar und Dapaong die Aussetzung des Wahlprozesses.
Das Bündnis der Oppositionsparteien fordert insbesondere die Neuorganisation der Unabhängigen Nationalen Wahlkommission (CENI) und aller Aktivitäten für die Organisation der Wahlen. Man werde keinen Kandidaten aufstellen und bei weiteren Demonstrationen die Unregelmäßigkeiten im Wahlprozess anprangern, droht die Oppositionsparteien.
Unterdessen bestätigte das Verfassungsgericht die Listen von insgesamt 12 Parteien und 17 weiteren Listen unabhängiger Kandidaten. Der Wahlkampf soll offiziell am 4. Dezember beginnen.
"Wir wollen keine betrügerischen Wahlen in Togo", sagt die Koordinatorin des Oppositionsbündnisses, Brigitte Adjamagbo-Johnson, gegenüber einem lokalen Radiosender. „Wir werden der Farce, die vorbereitet wird, unseren Segen nicht geben. Wir haben bereits an die an die Kommission der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) appelliert, und die regionale Institution gebeten, die die politische Krise in Togo genau zu beobachten". "Mit diesen Demonstrationen wollen wir nur unser verfassungsmäßiges Recht ausüben, unsere Ablehnung zu bekunden", so Johnson.
In der vergangenen Woche hatte der Sicherheitsminister, General Yark Damehame, vor möglichen Gewalttaten bei den Protesten gegen den Wahlprozess gewarnt: "Boykott ist eine demokratische Entscheidung. Doch wir wollen Zerstörung oder Unruhen vermeiden", so Damehame gegenüber einem lokalen Radiosender.
Bereits im September 2017 hatten oppositionelle Demonstranten in Lomé und mehreren großen Städten im Norden, den Rücktritt von Präsident Faure Gnassingbe gefordert, der seit 2005 an der Macht ist. Er hatte das Amt nach dem Tod seines Vaters angetreten, der das Land 38 Jahre lang regierte. (SG/AP) Fides

30. November 2018, Yaoundè, KAMERUN : Entführte Claretiner Missionare freigelassen. – „Wir danken für die Zeichen der Solidarität während der Zeit unserer Geiselhaft. Es war keine leichte Erfahrung. In den schwierigsten Momenten gedachten wir in unseren Gebeten der Märtyrer unserer Kongregation. Wir haben die Wärme eurer Gebete und eurer Liebe gefühlt. Jetzt sind wir in unserer Pfarrei Douala und wollen Verhandlungen über die Freilassung unseres Fahrers Jerry Berson auf den Weg bringe. Wir leben. Obwohl in den Nachrichten nur über Jude, Placid, Abel und einen Fahrer gesprochen wurde, waren wir eigentlich fünf! Denn auch der Pfarrer der örtlichen Gemeinde, Yen Anaclet, der eigentlich gekommen war, um für unsere Freilassung zu verhandeln, wurde von den Entführern festgenommen worden. Aber auch er wurde freigelassen, und jetzt sind wir alle in Douala", heißt es in der ersten Erklärung der drei am vergangenen 23. November in Kamerun entführten Claretiner Missionaren, nach ihrer Freilassung am gestrigen 29. November.
„Wir danken Gott für die Befreiung unserer Mitbrüder und Missionare, die am 23. November entführt wurden. Wir danken für alle Bekundungen der Solidarität und der Gemeinschaft sowie des Gebets. Gott segne uns alle!", heißt es in der offiziellen Mittelung der Kongregation der Claretiner zur Freilassung der Mitbrüder aus der Ordensprovinz Kamerun.
Bei den nun freigelassenen Missionaren handelt es sich um Pater Giuda Taddeo Langhe, Direktor der "Publicaciones Claretianas of Cameroon", Pater Placide Muntong Gweh und um den Studenten Abel Fondem Ndia und sowie um Pater Yene Anaclet. Die Missionare waren am vergangenen 23. November von Sezessionisten in der englischsprachigen Region des Landes entführt worden, als sie sich auf dem Weg nach Munyenge befanden, wo sie die Opfer des Konflikts in der Region mit Hilfsmitteln versorgen wollten (vgl. Fides 26/11/2018). Die Missionare konnten unterdessen nach Douala zurückkehren während der Fahrer sich noch in Geiselhaft befindet und auch das beschlagnahmte Auto t immer noch in den Händen der Entführer ist.
Infolge der Unruhen in den beiden englischsprachigen Regionen Kameruns, kommt es immer häufiger zu Gewalt gegen Kirchenpersonal. Am 21. November wurde Fr. Cosmas Omboto Ondari, ein kenianischer Missionar der Missionsgesellschaft St. Joseph in Mill Hill, in Kembong in der Nähe von Memfe im Südosten des Landes getötet. (AP) Fides

26. November 2018, Yaoundé, KAMERUN: Drei Mitglieder des Claretiner-Ordens entführt. – Drei Claretiner wurden in der anglophonen Region im Südwesten von Kamerun entführt. Es handelt sich um Pater Jude Thaddeus Langeh Basebang, Üater Placide Muntong und einen Schüler des Ordens. Die drei Ordensmänner wurden am 24. November von bewaffneten Männern auf dem Weg nach Muyenge entführt, wo sie die örtliche katholische Gemeinde besuchen wollten. Zurzeit gibt es noch keine genauen Angaben zur Identität der Entführer.
Seit Beginn der Krise in den beiden englischsprachigen Regionen Kameruns durcheinander, werden auch immer mehr Vertreter der katholischen Kirche Opfer der Gewalt. Erst am 21. November wurde der kenianische Pater Cosmas Omboto Ondari von der Missionsgesellschaft St. Joseph in Mill Hill, in Kembong, wenige Kilometer von der Provinzhauptstadt Memfe im Süden des Landes ermordet. (L.M.) Fides

26. November 2018, Toumour, NIGER: Abgeordnete beklagen Gewalt der Boko Haram in der Region Diffa. – Nur 48 Stunden nach dem Anschlag von Kämpfern der Boko Haram auf das französische Bergbauunternehmen FORACO, bei dem sieben Arbeiter getötet wurden, kam es in der Region Diffa zu einer weiteren Episode der Gewalt: in der Diözese Zinder wurden fünfzehn Mädchen von Boko Haram-Kämpfern entführt, neun aus Dorf Blahardé und sechs weitere aus Dorf Bandé in der Gemeinde Toumour.
Die Abgeordneten aus der Region Diffa baten die Regierung um dringende Maßnahmen und die Stationierung von Soldaten, um eine Vertreibung der Einheimischen zu verhindern. "Wir fordern die Regierung auf die entführten jungen Frauen zu finden und sie sie ihren Familien zurückzugeben", heißt es in einer Erklärung.
„Es könnte zu anderen Episoden dieser Art kommen: Wenn wir der tödlich Gewalt der Boko Haram nicht vorbeuten, werden wird sich die Situationen zuspitzen. Deshalb bitten wir die Regierung, unsere Forderungen umgehend zu berücksichtigen, nicht nur in unserer Eigenschaft als gewählte Vertreter der Region Diffa, sondern vor allem im Namen der Völker der Region, die Momente extremer Not erleben", so die Abgeordneten abschließend. (AP) Fides

22. Algier, ALGERIEN: Weiße Väter eröffnen 150jähriges Gründungsjubiläum mit der Seligsprechung der algerischen Märtyrer. – "Die Seligsprechung unserer algerischen Märtyrer ist für unsere Gemeinde ein Zeichen der Gnade des Herrn zu unseren 150jährigen Gründungsjubiläum. Die Gesellschaft der Afrikamissionare (Weiße Väter) ist stolz und dankbar mit Blick in die eigene Vergangenheit und darf auf eine mit Gottes Gnade erfüllte Zukunft hoffen. Unser missionarisches Abenteuer ist noch lange nicht zu Ende", so Pater Gaetano Cazzola, Provinzial der italienischen Ordensprovinz der Weißen Väter anlässlich der Eröffnung der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag der Gesellschaft der Afrikamissionare am kommenden 8. Dezember. Vom 8. Dezember 2018 bis 8. Dezember 2019 wird das Jubiläum mit verschiedenen Initiativen in allen Gemeinschaften in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa.
In der Geschichte der Weißen Väter gibt es viele r Märtyrer. In 150 Jahren seit der Ordensgründung sind 50 Mitglieder der Gesellschaft wegen ihres Glaubens getötet worden. Die ersten drei Missionare wurden im Jahr 1876 in der Sahara getötet. Die letzten am 27. Dezember 1994 in Algerien: Jean Chevillard, Alain Dieulangard, Christian Chessel und Charles Deckers wurden von islamistischen Fundamentalisten erschossen. Am kommenden 8. Dezember werden diese vier Weißen Väter zusammen mit den anderen Märtyrern Algeriens selig gesprochen werden.
Die Gesellschaft der Afrikamissionen wurde 1868 in Algerien von Kardinal Charles-Martial Allemand Lavigerie, dem damaligen Erzbischof von Algier, gegründet. Am Anfang stand eine schwere humanitäre Notlage. In Algerien hatte eine schreckliche Dürre zu einer Hungersnot und vielen Epidemien geführt. Zu Tausenden starben Menschen, und die Diözese Algier musste mehr als zweitausend Waisenkinder aufnehmen. Dies veranlasste den Prälaten dazu, eine Ordensgesellschaft zu schaffen, die sich um die Waisen, die meisten von ihnen Muslime, zu kümmern. Am 19. Oktober 1868 begann das erste Noviziat mit 12 zukünftigen Missionaren. Ihre Aufgabe war die neben der Aufnahme der Waisen auch der Dialog mit der muslimischen Umgebung, in der sie lebten (sie wurden nicht umsonst gebeten, sich wie die Muslime mit weißen Gewändern zu kleiden, daher auch ihr Name), und die Auseinandersetzung mit der afrikanischen Kultur. Der Kardinal sagte: "Ihr seid nur die Vorreiter, die wahre Evangelisierung wird das Werk der Afrikaner sein".
Von Algerien aus gründeten die Weißen Väter zunächst Ordensgemeinschaften in ganz Nordafrika, später auch in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und schließlich in Lateinamerika, Asien und Europa. Seit der Gründung haben 5.228 Priester und Laienbrüder sich dem Orden angeschlossen, darunter 138 Italiener. "Derzeit sind wir 1.210 aus 36 verschiedene Nationen, davon 30 in Italien. Im Jahr 2018 kamen 38 junge Missionare hinzu. Der Orden hat zurzeit 507 junge Kandidaten, die sich in der Ausbildung befinden. Wenn wir an die Zukunft denken, können wir daher zuversichtlich sein. Die meisten Berufungen kommen aus Afrika, wie schon Kardinal Lavigerie prophezeit hat", so Cazzola. Die Gesellschaft wächst aber auch in Europa. Neue Gemeinschaften werden in Berlin und Karlsruhe (Deutschland), Liverpool (Großbritannien), Toulouse und Marseille (Frankreich), Roquetas de Mar (Andalusien, Spanien), Brüssel und Modica (Italien) gegründet. In diesen Gemeinschaften leben und arbeiten europäische und afrikanische Priester zusammen, die sich den Einwanderern und dem Dialog mit Muslimen widmen, dem sich der Orden auch auf höchster Ebene durch die Leitung des Päpstlichen Instituts für Arabische und Islamische Studien (PISAI) widmet. (EC) Fides