Neuigkeiten

Afrikanachrichten in Kürze

24. Mai 2017, El Obeid, SUDAN: Erste Cholerafälle in der Hauptstadt von Nordkordofan. Erstmals wurden Cholerafälle aus El Obeid, der Hauptstadt von Nordkordofan gemeldet. Im städtischen Krankenhaus wurden bereits 68 Patienten behandelt. Wie lokale Gesundheitsbehörden berichten, kam es zu den ersten Infektionen vor zwei Tagen in den Distrikten Karima und El Wehda. Die Krankheit verbreitete sich unterdessen bereits mit dem Ausmaß einer Epidemie im Staat White Nile. in Kosti starben vor wenigen Tagen bereits sieben Menschen an den Folgen der Krankheit; im Eye Hospital wurde ein Isolationszentrum eingerichtet: dort wurden bereist 183 eingeliefert.
Im Dorf Asalaya wurde eine Schule in ein Isolationszentrum umgewandelt, wo bereits 126 Menschen behandelt werden. Im Staat White Nile herrscht Trinkwassermangel. Dort starben über 20 Menschen an den Folgen der akuten Durchfallerkrankung. Es infizi, erten sich bereits rund 1.000 Menschen infiziert. Erste Fälle wurden aus den Dorf Sennar gemeldet. (AP) Fides

24. Mai 2017, Juba, SÜDSUDAN: Kiir ruft unilateralen Waffenstillstand aus: Riek soll nicht am „nationalen Dialog“ teilnehmen. “Riek Machar ist unsere Anführer und Oberbefehlshaber und wir werden keinen Delegierten nach Juba entsenden, wenn er es nicht befiehlt”, so Paul Gabriel, Sprecher der Sudan People's Liberation Movement-in-Opposition (SPLM-IO) in einem Kommentar zu dem am vergangenen 22. Mai vom südsudanesischen Präsidenten ausgerufenen unilateralen Waffenstand und dem Beginn eines Dialogs mit allen Rebellen, unter der Voraussetzung das die SPLM-IO bei den Gesprächen nicht von Machar vertreten wird. Machar ist als ehemaliger stellvertretender Präsident des Südsudan heute der größte Widersacher von Präsident Kiir.
Nach Aussage des SPLM-IO-Sprechers ist der angebotene Dialog nur ein Vorwand, um den internationalen Druck auf die Regierung zu mindern, während “in Wirklichkeit führt die Armee weiterhin ihre Razzien durch, bei denen Ressourcen geplündert und Zivilisten getötet werden”.
Der wichtigsten Verbündete des Präsidenten Kiir, der ugandische Staatschef Yoweri Kaguta Museveni, forderte die Regierung dazu auf, die Stimmen des Jahres 2011 nicht zu vergeuden und erinnert daran, dass die meisten Wähler aus der gesamten Bevölkerung stammen und nicht einer bestimmten Ethnie angehören. Auf den ethnischen Hintergrund des im Dezember 2013 ausgebrochenen Bürgerkriegs wiesen auch die Bischöfe des Landes hin. (L.M.) Fides

22. Mai 2017, Johannesburg, SÜDAFRIKA: “Ein Fünftel der Kinder werden sexuell missbraucht”. “Jedes Verbrechen an einer Frau oder an einem Kind verursacht Schäden im empfindlichen Gewebe der Gesellschaft, die über den Einzelfall hinausgehen”, so der Vorsitzende der Southern Africa Catholic Bishops’ Conference (SACBC) und Erzbischof von Kapstadt, Stephen Brislin, in einer Botschaft, in der er Gewalt gegen Frauen und Kinder verurteilt. “Während einige Täter festgenommen und vor Gericht gestellt werden, müssen die Opfer während des Prozesse ihre Not noch einmal erleiden. Der menschliche und soziale Preis ist unvorstellbar hoch”, so Erzbischof Brislin.
Der Vorsitzend der SACBC erinnert in diesem Zusammenhang an eine jüngste Studie aus der hervorgeht, dass in Südafrika ein Fünftel der Kinder sexuell missbraucht werden, während 75% der Kinder unter Mobbing in der Schule leiden.
In diesem Zusammenhang betont Erzbischof Brislin: “Die jüngste Welle der Gewalt gegen Frauen und Kinder hat das Land erschüttert”. Besonders schockierend sei, dass die Opfer in den meisten Fällen den Täter kenne. “Dies wirft viele Fragen auf, auf die es nur wenige Antworten gibt”, so der Erzbischof weiter. Gewalt in Familien und Schulen und in der Gesellschaft spitze sich “durch den Konsum von Alkohol und Drogen” zu. Außerdem beklagte der Erzbischof die Existenz zahlreicher Jugendbanden: “Die Zugehörigkeit zu einer Bande ist normal und führt oft zu kollektiver Gewalt oder Gruppenvergewaltigungen”.
Das Problem könne jedoch nicht einfach durch die polizeiliche Unterdrückung oder das Gefängnis gelöst werden. “Wir müssen uns damit befassen, wie unsere Kinder sich sozialisieren, wenn wir Gewalt bekämpfen wollen. Es sollten nicht enorme Summen in die Strafjustiz und die Gefängnisse investiert werden, denn wir brauchen mehr Geld für Hilfsmaßnahmen für Eltern. Wir brauchen Maßnahmen zur Bekämpfung der Banalisierung der Gewalt, der häuslichen Gewalt und der Gewalt in Schulen, Kirchen und Gemeinschaften“, fordert Erzbischof Brislin abschließend. (L.M.) Fides

22. Mai 2017, Bamako, MALI: “Erzbischof Zerbo freut sich über seine überraschende Ernennung zum Kardinal”. “Der Erzbischof freut sich über seine überraschende Ernennung zum Kardinal. Er war darauf überhaupt nicht gefasst”, so der Generalsekretär der Bischofskonferenz von Mali Pfarrer Edmond Dembele, zu der Nachricht über das angekündigte Konsistorium am 28. Juni und die Ernennung von Erzbischof Jean Zerbo von Bamako zum Kardinal.
“Die Nachricht wurde im ganzen Land sehr gut aufgenommen. Präsident Ibrahim Boubacar Keïta wandte sich in einem Glückwunschschreiben an den Erzbischof und dankte Papst Franziskus. Die anderen Bischöfe Malis freuen sich und auch die katholischen Gläubigen: überall in Bamako tanzten uns sangen Menschen im Zeichen des Applauses. Doch nicht nur Katholiken sind freuen sich über die Ernennung; ganz Mali hat die Nachricht begrüßt”.
Die Menschen in Mali, so der Generalsekretär, betrachten die Ernennung des Erzbischofs zum Kardinal insbesondere als Aufforderung an die Ortskirche zur Verkündigung des Evangeliums und zum weiteren Engagement für den Frieden in Mali. Seit der der Krise des Jahres 2012 setzt sich die Kirche für Aussöhnung und Frieden im Land ein.
“In Mali herrscht auch heute noch ein asymmetrischer Konflikt” beklagt Pfarrer Dembele, “wo bewaffnete Menschen im Norden und in der Mitte des Landes die Sicherheit der Menschen gefährden”. (L.M.) Fides

20. Mai 2017, Bamako, MALI: Vor 100 Tagen wurde Schwester Gloria entführt. "Das Leben in der Diözese Sikasso geht weiter; unterdessen konnten die Franziskanerinnen in Karangasso ihre Arbeit nicht fortsetzen und die Suche nach Schwester Gloria führte bis jetzt noch zu keinem Ergebnis... Unterdessen bietet Bischof Jean Baptiste Tiama darum die Hoffnung nicht aufzugeben: Wir beten und vertrauen auf den Meister unseres Lebens. Wir dürfen des Gebets nicht müde werden. Wir müssen versuchen zu verstehen, was Gott uns mit dieser Prüfung sagen will...", heißt es in einer Verlautbarung der Bischofskonferenz 100 Tage nach der Entführung von Schwester Gloria.
"Anlässlich der 100 Tage, die seit der Entführung vergangen werden in ganz Mali Gottesdienste stattfinden, bei der wir an Schwester Gloria und alle anderen Personen erinnern, die von bewaffneten Gruppen entführt wurden”, heißt es in der Verlautbarung weiter.
Die aus Kolumbien stammende Ordensschwester Gloria Cecilia Narváez Argoti wurde am vergangenen 8. Februar im Süden Malis entführt. (CE) Fides

19. Mai 2017, Kinshasa, D.R. KONGO: Möglicherweise externes Eingreifen in der Krise in der D. R. Kongo. Bei einer Krisensitzung der Kontaktgruppe für die Großen Seen zur Situation in der Demokratischen Republik Kongo und in Burundi, zu der Vertreter aus den betroffenen Staaten nicht eingeladen waren, nahm als einziger afrikanischer Staat Angola. Bei der Sitzung, die am vergangenen 15. Mai in Washington tagte, nahmen Vertreter aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien, die Niederlande, Schweden und Dänemark teil, die sich mit Vertretern der Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der Internationalen Organisation für Francophonie berieten.
Da die die Ende Dezember vergangenen Verträge in der Demokratischen Republik bisher nicht umgesetzt wurden und es zu einer Spaltung zwischen der Opposition und Präsident Kabila kam, wird ein externes Eingreifen in die kongolesische Krise in Betracht gezogen. “Nur die beiden Großmächte der Region, Ruanda und Angola, können das Ende der Pause in der Demokratischen Republik einläuten”, so der Journalist Louis Keumayou aus Kamerun.
Angesichts des politischen Stilltands in der Demokratischen Republik Kongo verschlechtert sich dort die Sicherheitslage. Es sind nicht mehr nur entlegene Gebiete von den Aktivitäten bewaffneter Banden betroffen. Auch in der Hauptstadt Kinshasa kam es am 17. Mai zu einem Überfall auf das staatliche Gefängnis in Makala, bei dem 4.000 Häftlingen die Flucht gelang, darunter auch Ne Muanda Nsemi, Anführer der Sekte „Bundu dia Kongo“, der den Überfall angezettelt haben soll. (L.M.) Fides