Unsere Verstorbenen 2021

P. Franz Eickelschulte verstorben

Verstorben ist am 29.04.2021 in Trier P. Franz Eickelschulte, der Missionar in Uganda und Deutschland war.

In der Industriestadt Bottrop wuchs Franz gemeinsam mit seinen vier Brüdern und drei Schwestern auf. Nach dem Besuch der Volksschule erlaubte ihm sein Vater Ostern 1935, das Gymnasium der Weißen Väter in Rietberg zu besuchen. Dieses Institut wurde 1940 vom Staat geschlossen. Am Burggymnasium in Essen konnte er seine Studien fortsetzen, bis er im Februar 1942 zum Militärdienst eingezogen wurde. Im tiefen Glauben an seine Berufung als Afrikamissionar folgten sieben Jahre in Soldatenuniform. Die letzten drei Jahre davon, bis April 1948, waren die bittersten: in russischer Gefangenschaft!

Fast mittellos suchte er sich nach der Heimkehr im Baufach durchzuschlagen, um Bauingenieur zu werden. Da er zwei Jahre praktischer Arbeit vorweisen sollte, erlernte er das Zimmererhandwerk. In dieser Zeit wurde Franz sich immer bewusster, dass er auf jeden Fall Missionar werden wollte. Nach 18 Monaten konnte er seine Gesellenprüfung ablegen und erhielt ein Diplom. Danach nahm er gleich wieder Kontakt zu den Weissen Vätern auf.

Im Herbst 1950 machte Franz seinen Abiturabschluss und begann in Trier vier Semester Philosophie, Kirchengeschichte und Patristik zu studieren. Es folgte das Theologiestudium in Holland und England. Im Galashiels/Schottland empfing Franz 1957 die Priesterweihe. Bis Ostern 1959 war der Neupriester Lehrer in Rietberg. Im Oktober erhielt er seine Ernennung nach Uganda, um Erfahrung für die Heranbildung junger Missionare zu sammeln.

1961 wurde er nach Hörstel ernannt, um das Amt des Brüdernovizenmeisters zu übernehmen. Da die Brüderberufe sehr zurückgingen, konnte P. Eickelschulte 1968 für seine neue Aufgabe am Heerde-Kolleg in Münster freigestellt werden. Bis 1979 war er auch Missionsreferent der Diözese Münster.

Mit 59 Jahren reiste Franz 1980 noch einmal nach Uganda aus. Nach nur kurzer Mitarbeit in der Seelsorge der Pfarrei Nkozi, wurde er in Mubende, einer Großstadtpfarrei mit rund 30.000 Christen und 57 Außenstationen Superior. Im Frühjahr 1984 übernahm er das Amt des Spirituals am nationalen Priesterseminar. Neben dieser Tätigkeit leistete er in vielen Projekten praktische Hilfe zur Selbsthilfe. Besonders die Förderung des Fischfangs auf dem Viktoria-See war für ihn wichtig. In der missionseigenen Werkstatt baute der gelernte Zimmermann Boote. Auch die Unterstützung der einheimischen Schwesterngesellschaft, die sich um verwahrloste Waisenkinder kümmerte, war ihm ein Herzensanliegen.
1999 sah P. Eickelschulte die Zeit gekommen, in die Heimat zurückzugehen. Für den Ruhestand sah er sich noch zu jung. So übernahm er für 4 Jahre in Köln die Pfarrei St. Monika und war dort allen ein eifriger und beliebter Seelsorger. 2003 ging Franz in Hörstel in den Ruhestand und wechselte 2017 ins Seniorenheim nach Trier. Im dortigen Brüderkrankenhaus rief der Herr seinen Diener zu sich.


Bruder Roger Berkensträter verstorben

Am 7. April 2021 verstarb in Trier, Bruder Roger Berkensträter.
Er war lange Jahre Missionar in Sambia und in Deutschland

Bruder Roger durfte mit seinen drei Geschwistern in Witten seine Jugendjahre verleben. Mit sechs Jahren wurde er in die katholische Volksschule in Beckum aufgenommen. Nach der Schulentlassung begann er eine Malerlehre, der sich noch drei Gesellenjahre im gleichen Betrieb anschlossen.

Bruder Berkenstärter war still und zurückhaltend, doch immer froh und hilfsbereit. Er trug eine große Willensstärke und Ausdauer in sich. Diese Eigenschaften machten ihn zu einem angenehmen Mitarbeiter in der Jugendarbeit seiner Pfarrei. Besonders geschätzt wurde er von seiner Jugendgruppe, Jungen im Alter von 16-17 Jahren.
Anderen Menschen zu helfen, das war für Roger das Ideal. Mit 20 Jahren erfüllte er sich seinen Wunsch zu helfen, das Reich Gottes auszubreiten und seinen Glauben anderen Menschen zu zeigen und durch seine Arbeit und Beispiel vorzuleben.
Im Januar 1957 trat Roger ins Brüderpostulat in Hörstel ein. Am Ende des Noviziates legte er dort auch seinen ersten Eid ab. Nach dem Scholastikat in Marienthal leistete er bis zu seiner ersten Ernennung nach Afrika wichtige Aufbauarbeiten in der Provinz, in Trier-Langenfeld-Linz/Bonn.

Dann führte sein Weg endlich nach Sabia, und die Diözese Kasama sollte seine zweite Heimat werden. Nach dem Sprachkurs in Ilondola warteten große Bauvorhaben in Chilubula auf den jungen Bruder. Ob es die Schulen waren oder das Krankenhaus, jedem einzelnen Projekt drückte Roger seine besondere Note auf. Er wollte in allen Belangen seinen Arbeitern ein Vorbild sein und verlangte von ihnen exakte Arbeit bis in Detail. Jeder wusste und akzeptierte das. So hatte Roger im Laufe der Jahre ein Team ausgebildet, auf das er sich verlassen konnte.

Nach zwanzigjährigem segensreichem Schaffen nahm Roger einen längeren Urlaub und suchte geistige Erneuerung während des Bibelkurses und der großen Exerzitien in Jerusalem.

Seine aktive Bautätigkeit regte Roger auch an, selbst Pläne für die von der Diözese gewünschten Bauten zu entwerfen. Jeder Entwurf trug seine eigene Note. Jedes Projekt war der Umgebung, in der es entstehen sollte, angepasst. Als Erholung sah er es an, sich in Kasama auch als Gärtner zu betätigen. Besonderen Wert legte er darauf, dass viel Gemüse angebaut wurde.

Aus gesundheitlichen Gründen musste Roger 2012 in die Heimat zurückkehren. In Trier sah er die beste Gelegenheit, bei kürzesten Entfernungen, die bestmögliche Hilfe zu erhalten. Er ließ sich dort nieder und übernahm die Tätigkeit des Hausökonoms.
Im Brüderkrankenhaus in Trier verstarb Roger an einem Aneurysma. R.I.P.

P. Friedrich Stenger verstorben.

Am 17.03.2021 verstarb in München, P. Fritz Stenger, der Missionar in Äthiopien, Sambia und Deutschland war.

P. Stenger wurde am 22.12.1942 in Aschaffenburg geboren.
Seine Schulzeit verbrachte er in Aschaffenburg und legte das Abitur in Großumstadt ab.
Sein Philosophiestudium begann er bei den Weißen Vätern in Trier, gefolgt vom Noviziat in Hörstel.
Danach folgte das Theologiestudium in Kanada, in Ottawa. Dort legte er 1970 den ewigen Eid ab und wurde im Jahr darauf in seiner Heimatdiözese Würzburg zum Priester geweiht.
Im Jahr 1972 wurde er nach Äthiopien ausgesandt, wo er am Seminar in Adigrad unterrichtete.
Ende 1974 begann er eine Zeit in der missionarischen Bewusstseinsbildung in Walpersdorf.

Im Oktober 1976 folgte die Ausreise nach Sambia, die vor Ort mit dem Erlernen der Sprache in Chinzali begann. Mehrere Jahre lebte und arbeitete er als Missionar in verschiedenen Gemeinschaften in Sambia.
Im Juni 1980 begann er eine journalistische Ausbildung bei der Rheinischen Post in Düsseldorf. Diese erworbenen Grundlagen nutze er für eine spätere Tätigkeit bei der Kontinente Redaktion in Köln.

Im Herbst 1989 reiste er wieder nach Sambia aus, um dort zuerst in der Pastoral einer Pfarrei mitzuwirken und später am Priesterseminar in Lusaka zu unterrichten.
Im März 2000 wurde er in London zum Doktor der Philosophie promoviert. Im September der gleichen Jahres erfolgte die Ausreise nach Kenia, wo er in Nairobi am
Tangaza College unterrichtete.

Im Herbst 2009 finden wir den Mitbruder in der Diözese Wa in Nordghana, wo er Professor am Sozialinstitut des Bistums ist.
Hieran schließt sich ein Aufenthalt als Bibliothekar in Generalat der Weißen Väter in Rom an, wo er bis 2017 wirkt.
Seitdem lebte er in München, wo er an den Folgen einer Operation verstarb.



P. Hans Schmidt verstorben

Am 08.03.2021 verstarb in Soest, P. Hans Schmidt. Er war lange Jahre Missionar im Kongo, in Deutschland und lebte in den vergangenen Jahren mit seinem Zwillingsbruder Heinz, der Priester des Bistums Münster ist, in Lippetal zusammen.

P. Hans Schmidt wurde in Sendenhorst geboren. Neben drei Geschwistern, zwei Schwestern und einem Bruder, war er der jüngste. Sein Zwillingsbruder war eine halbe Stunde älter. Seine Eltern waren 1935 nach Sendenhorst gezogen um, um dort eine Drogerie zu eröffnen zu eröffnen.
Ab Ostern 1947 besuchte Hans die Volksschule in Sendenhorst. Wenn er nach seinem Berufswunsch gefragt wurde, so kam auch der Priesterberuf in Frage, aber ernsthafter war doch der Wunsch, Drogist zu werden. 1953 starb plötzlich sein Vater, und damit war seine Mutter gezwungen, die Geschäftsführung zu übernehmen.
Leider war ein Besuch der höheren Schule damals aus finanziellen Gründen nicht möglich. Als Ostern 1954 sein Zwillingsbruder vom siebten Schuljahr aus auf das staatlich anerkannte Progymnasium nach Rietberg ging, durfte Hans ihm im Herbst 1954 folgen. Da ihm das Lernen nicht schwerfiel, wurde ihm die Möglichkeit geboten, die ersten drei Klassen in anderthalb Jahren zu machen. Nach der Obertertia wechselte er nach Großkrotzenburg. 1962 legte er sein Abitur ab und ging zum Philosophiestudium nach Trier. Dem folgte das Noviziat in Hörstel und darauf das Scholastikat in Héverlé. Dort legte er 1968 seinen Missionseid ab. Im Juni 1969 empfing er in Verl die Priesterweihe.

Mit der Ernennung nach Zaire ging 1969 sein großes Ziel in Erfüllung. In Bukavu begann er mit dem Sprachstudium. Als Vikar in Nyantondo machte er seine ersten pastoralen Erfahrungen. Die hilfreiche Einführung der Mitbrüder und Christen machten ihm die Eingewöhnung leicht.
Schon 1973 wurde er in die Deutsche Provinz gerufen und begleitete die Studenten in Frankfurt bis 1977. Zurück im Zaire, war Hans bis 1981 Vikar in Bagira. Verschiedene Weiterbildungskurse unterbrachen seine Pastoralarbeit. 1990 – 93 machte Hans seinen zweiten Heimateinsatz als Missionsreferent in Münster.

Von 1994 an arbeitete er in den Diözesen Bukavu und Lumbumbashi. 1998 bis 2004 war Hans ein beliebter Pfarrer in St. Monika, Köln/Nippes.
Doch es zog ihn wieder nach Zentralafrika in die Region um den Kivu-See.
Wegen seiner Diabeteserkrankung und den Folgeschäden an Augen, Leber und Nieren kam Hans 2010 nach Deutschland zurück. Seinen Ruhestand verbrachte er mit seinem Bruder in Lippborg-Herzfeld wo sie gemeinsam in der Pastoral arbeiteten.

Hans war sehr beliebt in der Gemeinde. Pfr. Jochen Kosmann würdigte ihn während der Beisetzung als sehr zugewandten und volkstümlichen Seelsorger. Als Priester und Seelsorger hat er seinen Glauben mit vielen Menschen geteilt und sie im Vertrauen auf die Gegenwart Gottes in unserer Welt gestärkt. Er wurde auf der Priestergruft in Lippborg unter großer Anteilnahme beigesetzt.


Pater Georg Luckner verstorben

Am 01.03.2021 verstarb in Hechingen P. Georg Luckner der lange Jahre Missionar in Burundi und in Deutschland war.

P. Georg Luckner wurde am 18.05.1934 In Marienwerder/Westpreußen als drittes von acht Kindern geboren. Von Ostern 1940 bis zum Sommer 1944 besuchte er die Volksschule und danach ein Jahr die erste Klasse des dortigen Gymnasiums.

Sein Vater wurde 1940 zum Heeresdienst einberufen.
Durch Kriegseinwirkungen wurde seine Mutter gezwungen, mit den Kindern die Heimat zu verlassen. Sie kamen nach Danzig, wo sie ihren Vater zum letzten Mal sahen. Von dort fuhren sie mit einem Hilfskreuzer nach Dänemark und wurden auf einer Insel vor Kopenhagen interniert.

Unter den 18000 Flüchtlingen waren auch viele Lehrer, die eine Volks- und eine Oberschule eröffneten. Nach Auflösung des Lagers wurde die Familie mit einem Transport nach Hechingen und von dort nach Trillfingen gebracht.

1948 durfte Georg in die Missionsschule in Haigerloch eintreten. Ostern 1951 wechselte er auf das Kreuzburg-Gymnasium in Grosskrotzenburg, wo er 1955 sein Abitur ablegte. In Trier studierte er Philosophie, ging nach Gap ins Noviziat und studierte Theologie in Karthago. Dort legte er 1961 seinen Missionseid ab. Die Priesterweihe empfing er im gleichen Jahr in Aalen/Württemberg.

Als Afrikamissionar wirkte Georg von 1962 an in verschiedenen Diözesen in Burundi. In Mukene und Ijene (Ngozi) lebte er sich als Vikar in seine neue Umgebung und Arbeit ein. Dann wurde er Pfarrer in Rugari, Ijene und Gitaramuka. Während seines Sabbatjahres 1978-80 belegte er einen Pastoralkurs in Mainz, nahm an der Aktion Missio teil und an den Großen Exerzitien in Jerusalem. Nach seiner Rückkehr übernahm er wieder die Pfarrstelle in Ijene bis 1996. Dann war es Zeit für einen Sonderurlaub. Diesen nutzte Georg, um an einem Kurs in Kanada bei Mme. Gouindon teilzunehmen.

Mit Beginn seiner Herzprobleme 2004 und einer Diabeteserkrankung musste Georg regelmäßig alle zwei Jahre nach Deutschland kommen. 2012 entschloss er sich, endgültig von seinem geliebten Burundi Abschied zu nehmen und in den Sektor zurückzukehren. In Haigerloch/Hechingen, nahm er seinen Ruhesitz. Nach längerer Krankheit ist er dort am 01.03.2021 verstorben.